Börsencrash 2020 – Coronavirus

Wir ihr vermutlich alle schon festgestellt habt, befinden wir uns in schwierigen Zeiten. Zunächst vorweg möchte ich erwähnen, dass sich dieser Artikel nicht mit der Schwere oder den gesundheitlichen Auswirkungen des Virus SARS-CoV-2 und dessen verursachter Lungenkrankheit Covid-19 beschäftigt. Ich möchte aber erwähnen, dass wir und in einer „administrativen Krise“ befinden, welche durch die Regierungen der einzelnen Staaten initiiert wurde. Seit Mitte März befindet sich Deutschland im Lockdown Zustand. Sprich es sind alle Geschäfte und Dienstleistungsanbieter geschlossen, welche nicht zur Grundversorgung der Bürger beitragen. Der Dax hat sich innerhalb kürzester Zeit um fast 40% reduziert, auch wenn er sich kürzlich wieder etwas erholt hat. Am 12. März erfolgte der zweitgrößte Tagesverlust in der Geschichte des Deutschen Aktienindex. Der der amerikanische Index Dow Jones erreichte ebenfalls historische Negativrekorde.

Höchste Dax-Tagesverluste in der Geschichte

Rang Datum Schlussstand in Punkten Veränderung in Punkten Veränderung in %
1 16. Okt. 1989 1.385,72 −203,62 −12,81
2 12. Mär. 2020 9.161,13 −1.277,55 −12,24
3 19. Aug. 1991 1.497,93 −155,44 −9,40

Die Regierungen versuchen nun die in Not geratene Wirtschaft mit Notkrediten und Einmalzahlungen zu retten. Denn die Mieten, Mitarbeiter und andere fixe Kosten müssen trotz Geschäftsschließungen weiterhin bezahlt werden. Zusätzlich wurde das in der Subprime-Krise 2008 erprobte Kurzarbeitergeld kurzerhand wieder eingeführt um Arbeitsplätze zu retten bzw. zu schützen. Dass sich dies auch Zombie-Unternehmen, welche ohnehin in Kürze insolvent wären, zu nutze machen, kann man als obligatorisch ansehen. In den nächsten Wochen und Monaten dürfte es trotzdem zu einer Pleitewelle gigantischen Ausmaßes kommen. Denn nicht nur kranke, sondern auch gesunde und vor allem kleine Unternehmen überlegen sich genau, ob sie sich für die nächsten Jahre einen Kredit-Klotz ans Bein binden oder ihren Laden gegen die Wand fahren werden. Zudem dürfte der bürokratische Aufwand für die Beantragung eines Notkredits zusätzlich zur Massen-Insolvenz beitragen.

Was soll ich als Sparer/Anleger/Investor nun tun?

Das Verhalten in der jetzigen Situation entscheidet womöglich über Erfolg oder Misserfolg der nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte. Deshalb ist es exorbitant wichtig einen klaren Kopf zu behalten und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Es folgt eine Auflistung verschiedener Schritte, welche ihr dringend überprüfen solltet.

1. Liquidität sicherstellen

Wer jetzt flüssig (liquide) bleibt, sprich über einen Notgroschen oder Barreserven verfügt ist klar im Vorteil. Denn dann müssen keine Investitionen, Edelmetalle, persönliche Gegenstände, etc. verkauft werden oder gar Schulden aufgenommen werden.

2. Ausgaben reduzieren

Damit die Liquidität zusätzlich sichergestellt werden kann, empfehle ich die persönlichen Ausgaben deutlich zu reduzieren. Zur Zeit ist es eh relativ schwierig zu konsumieren oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Deshalb sollte dies einem bei etwas Disziplin nicht besonder schwer fallen.

3. Schulden abbauen

Man sollte auf jeden Fall sicherstellen, dass Tilgungen für offene Schuldforderungen erfüllt werden können. Da viele Arbeitnehmer momentan nur ein reduziertes Kurzarbeitergehalt bekommen, ist die Gefahr groß, in die Schuldenfalle oder gar Privatinsolvenz zu rutschen.

4. Investitionen überprüfen

In Zeiten von Corona ist es außerdem wichtig, seine Investitionen nach Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Macht es zum Beispiel jetzt wirklich Sinn in P2P Kredite zu investieren, wenn man davon ausgeht, dass viele Menschen arbeitslos werden oder über weniger Geld verfügen und somit die Rückzahlungen ausfallen werden. Fallen viele Kredite aus, wird die Buyback-Garantie der Kreditanbahner weniger wert sein als Klopapier.

5. Chance nutzen

Ihr werdet im Leben vermutlich nicht mehr oft diese Chance bekommen, in eine Situation wie diese zu kommen. Das bedeutet, nutzt die Zeit, welche ihr nun zur Verfügung habt sinnvoll. Bildet euch weiter zum Beispiel mit online Kursen, YouTube Videos, Bücher, etc. und nutzt diese Situation, um als Gewinner aus der Krise hervor zugehen. Neulich bin ich in einem YouTube Video von Bodo Schäfer auf eine interessante Aussage gestoßen, die ich als realistisch einschätze. Er sieht die Aufteilung an Gewinnern und Verlierern durch die Krise nach dem Pareto-Prinzip. Sprich es wird 80% Verlierer und nur 20% Gewinner geben. Ich möchte nicht zu erst genannten gehören.

Wann soll ich am Aktienmarkt einsteigen?

Nachdem der Dax und andere Finanzmärkte bereits deutlich ins Minus gerutscht sind, kann ein kleiner Einstieg bereits sinnvoll sein, um seine Einkaufspreise zu reduzieren. Ich persönlich sehe die Tiefststände noch in weiter Ferne, weshalb ich erst gegen Ende des Q2/2020 eine Entscheidung über das weitere Vorgehen entscheiden werde. Die eigentliche Rezession oder Wirtschaftskrise hat ja schließlich noch nicht wirklich begonnen. Einen anderen Ansatz von „Mr. Dax“ Dirk Müller finde ich aber auch interessant und vielleicht kommt er für euch in Frage.

Bei Kursrutschen in Tranchen rein

Vielleicht hat ihr es schon einmal selber festgestellt, dass es schier unmöglich erscheint, den tiefsten Einstiegspunkt zu erwischen. In seinem Ansatz empfiehlt er, Positionen in Tranchen aufzubauen, sobald der zugrunde liegende Indizes um 10% sinkt.

Chart Diagramm

Würde man bei jedem Punkt im Schaubild, welcher unterhalb des vorherigen Punktes (Kurses), mit einer gleichbleibenden Tranche Aktien kaufen, hätte man zwar nicht den tiefsten Punkt, aber einen sehr guten durchschnittlichen Einkaufspreis pro Aktie erzielt. Sollte der Kurs weiterhin sinken, einfach erneut nachkaufen.

Es gibt unterschiedliche Strategien und Ziele von Anlegern, weshalb es sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen lässt, wie man korrekt reagiert. Wichtig ist allerdings dass ihr überhaupt reagiert, um nach der Krise nicht zu den 80% Verlierern zu gehören. In diesem Sinne bleibt gesund!

 

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